Ludwig van Beethoven 1770-1827
Ludwig van Beethovens 4. Sinfonie in B-Dur, Op. 60, erfreute sich zu Lebzeiten des Komponisten grosser Beliebtheit, wohingegen sie heute zu seinen vergleichsweise seltener gespielten Sinfonien gehört. Das Werk wurde im Herbst des Jahres 1806 vollendet, also in einer Phase, in der sich Beethoven wegen seiner Liebe zur Comtesse Josephine Brunsvik, verwitwete Gräfin Deym, in einem Hochgefühl befand, was sich besonders im markanten Thema 1 (1. Satz, Allegro) zeigt, das sich zu einer heiteren, gefühlsmässigen Ekstase fortspinnt. Ignaz von Seyfried charakterisierte den Tondichter zu dieser Zeit als "heiter, zu jedem Scherz aufgelegt, frohsinnig, munter, lebenslustig, witzig, nicht selten satirisch". Dieses Glücksgefühl schlägt sich in seiner vierten Sinfonie nieder; das Orchesterwerk ist insgesamt von freundlichem, hellem und idyllischem Gestus. Dieser offenbart sich jedoch nicht von Anfang an, da die Adagio-Einleitung zum ersten Satz in düsterem b-Moll steht. Die später komponierte Schlachtensinfonie "Wellingtons Sieg" erinnert sehr an diese 4., da sie gerade im ersten Satz sehr ähnliche Marschthemen beinhaltet. Robert Schumann bezeichnete diese dem Grafen Franz von Oppersdorff gewidmete Sinfonie als die "romantischste" aller Sinfonien Beethovens und charakterisierte sie ausserdem als "eine griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen" (gemeint sind die 3. und 5. Sinfonie). Die Uraufführung des Werks erfolgte im März des Jahres 1807 im Palais des Fürsten Lobkowitz in Wien unter der Leitung des Komponisten. Zur ersten öffentlichen Präsentation gelangte das Werk am 15. November desselben Jahres im Wiener Burgtheater.
Carl Maria von Weber 1786-1826
Das Klarinettenkonzert Nr. 1 in f-Moll, op. 73, hat Carl Maria von Weber für den Klarinettenvirtuosen Heinrich Joseph Baermann geschrieben. Es wurde am 13. Juni 1811 von Baermann in München uraufgeführt und zählt heute zu den meist gespielen Klarinettenkonzerten.
1811 lernte Weber in München den Klarinettenvirtuosen Heinrich Joseph Baermann kennen. Begeistert von dessen Klarinettenspiel schrieb er ihm das Concertino Es-Dur, op. 26 (J. 109), welches vom Publikum so gut aufgenommen wurde, dass der König von Bayern bei ihm zwei weitere Klarinettenkonzerte, ein Fagottkonzert und ein Cellokonzert in Auftrag gab. Bereits kurz darauf vollendete Weber sein Klarinettenkonzert Nr. 1, f-Moll, op. 73 (J. 114), das Klarinettenkonzert Nr. 2, Es-Dur, op. 74 (J. 118), sowie das Fagottkonzert F-Dur, op. 75 (J. 127). Das in Auftrag gegebene Cellokonzert hat Weber nie geschrieben. Der erste Druck des Konzertes erfolgte jedoch erst 1822 beim Verlag Schlesinger in Berlin.
Klezmer-Musik
Klezmer-Musik hatte sich seit dem 16. Jh. aus der Musik des Schtetl (Städtchen) osteuropäischer Juden entwickelt und kam mit den jüdischen Auswanderern zwischen 1881 und 1924 nach New York (Lower East Side). Zu Hochzeiten und Festen wurde in der Besetzung Klarinette, Cimbalom (Hackbrett), Geige (auch mehrfach), Bratsche, Violoncello, Kontrabass, Blechblasinstrumente und kleine Trommel gespielt. Das jiddische Wort hebräischen Ursprungs „kle(j)s(e)mer“ bezeichnet den beseelten Körper. Der Körper ist Gefäss und Instrument zugleich (hebr.: kli) und die belebte Seele ist der Gesang (hebr.: s[e]mer). Die so zum Ausdruck gebrachte universale Idee der instrumentalen Weisen ist die Idee des Menschen als beseeltes Musikinstrument. Heute ist die Klezmer-Musik im globalen Netzwerk mit unterschiedlichen Musikstilen verschränkt und vermischt. Dementsprechend ändern sich auch die Konstrukte der musikalisch-kulturellen Identitäten. Sie sind längst nicht alleine eindimensional nur aufs Historisch-Regionale der mittel- und osteuropäischen Herkunftsländer bezogen, sondern haben auch Jazzelemente und Unterhaltungsmusik des amerikanischen Einwanderungslandes nach dem Zweiten Weltkrieg neu verortet. Das einst Regionale der aschkenasischen Traditionen aus Mittel- und Osteuropa, das spanische Element der Sefarden und die Neo-Traditionen der „Neuen Welt“ haben sich verschwistert zum „Glokalen“ der vernetzen Wechselbeziehungen zwischen historischer Spurensuche, polnischer und ukrainischer Fidel- und Hackbretttradition, zwischen amerikanischem Klezmer-Jazz, Neofolklore und moderner Avantgarde.
Sämtliche Werkbeschreibungen wurden dem Internet entnommen (Wikipedia/Duden)